StartSportAlica Schmidt verpasst Finale um Deutsche Meisterschaft

Alica Schmidt verpasst Finale um Deutsche Meisterschaft

Die Umstellung auf die längere Distanz bereitet der Leichtathletin unerwartet große Probleme. Bei den Deutschen Meisterschaften platzt der Traum vom Finale schon früh, was nun sogar die Olympia-Pläne für Los Angeles ins Wanken bringen könnte

Es ist ein harter sportlicher Rückschlag für den gefeierten Leichtathletik-Star. Nachdem Alica Schmidt (27) bei den Olympischen Spielen 2024 im glamourösen Stade de France von Paris noch mit den Staffeln über 4×400 Meter über die Tartanbahn wirbelte, wagte sie im Anschluss ein ambitioniertes Projekt: den Wechsel auf die kräftezehrende 800-Meter-Distanz. Doch genau diese anspruchsvolle Strecke wird der talentierten Läuferin aktuell zum Verhängnis. Bei den Deutschen Meisterschaften im nordrhein-westfälischen Wattenscheid folgte am Samstag das bittere Erwachen auf der Laufbahn.

Bitteres Aus und schonungslose Selbstkritik

Statt am Ende im großen Finale um die Medaillen mitzukämpfen, musste Alica Schmidt bereits im Vorlauf die Segel streichen. In ihrem Rennen – dem letzten von drei Vorläufen – reichte es für die Athletin lediglich für den dritten Platz. Da sich nach dem Reglement nur die zwei Schnellsten direkt sowie zwei weitere Athletinnen über die Zeit qualifizieren, war das Aus schnell besiegelt. Mit einer gestoppten Zeit von 2:05,75 Minuten landete sie im Gesamttableau nur auf dem zehnten Platz. Daran konnte auch der überraschende Rückzug ihrer Konkurrentin Paula Terhorst, die ihr keinen Platz mehr im Endlauf retten konnte, nichts ändern.

Anschließend suchte die 27-Jährige gar nicht erst nach billigen Ausreden, sondern wählte stattdessen erstaunlich offene und ehrliche Worte über ihre aktuelle Form. „Die letzten 100, 200 Meter sind einfach bei mir noch extrem schwerfällig“, erklärte Alica Schmidt sichtlich enttäuscht. Die genauen Gründe für den drastischen Leistungseinbruch auf der rettenden Zielgeraden kann sie zwar noch nicht exakt einordnen, räumt aber unumwunden ein: „Da habe ich noch extrem Aufholbedarf. Ich sehe das ja auch in meiner Trainingsgruppe, wie stark da die europäische Spitze ist. Auch mit meiner Saisonbestzeit bin ich alles andere als zufrieden.“

Platzt der Olympia-Traum?

Die verpasste Meisterschafts-Chance hat direkte Auswirkungen auf die restliche Saison. Fest steht bereits jetzt: Bei den großen Europameisterschaften, die im August im britischen Birmingham ausgetragen werden, wird Alica Schmidt definitiv nicht an den Start gehen. Das ganz große, übergeordnete Ziel des Leichtathletik-Stars bleiben jedoch weiterhin die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Doch um in den USA ernsthaft über die 800 Meter antreten zu können, bräuchte es in den kommenden Monaten eine wahre Leistungsexplosion.

Daher stellt sich in der Szene unweigerlich die Frage: Kehrt Alica Schmidt zu ihren Wurzeln zurück? Ein Umstieg auf die einst so gewohnte 400-Meter-Distanz wäre sportlich auch kurzfristig durchaus gut machbar. Dort winken zudem die begehrten Olympia-Startplätze in der Staffel, was eine Teilnahme in Los Angeles tendenziell deutlich leichter machen würde als der einsame Kampf auf der Mittelstrecke.

Doch so ganz will Alica Schmidt ihr neues Herzensprojekt noch nicht in die Tonne treten. In dieser Saison wird sie definitiv auf der längeren Strecke bleiben. „Ich finde die 800 auch so geil und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das jetzt schon alles ist, was ich da auf die Bahn gebracht habe“, betont sie ihren Kampfgeist. Dennoch ist ihr bewusst, dass tiefgreifende Analysen anstehen: „Trotzdem muss man natürlich überlegen: Wie geht es weiter? Wie mache ich im Training weiter? Weil irgendwas scheint nicht ganz zu passen.“ Die Fans dürfen also gespannt sein, ob und wie sie diese sportliche Krise meistert.