Ein unerwarteter Moment abseits der sportlichen Taktiktafel ereignete sich beim WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft im texanischen Houston. Während die DFB-Elf auf dem Rasen einen überragenden 7:1-Kantersieg gegen WM-Neuling Curaçao feierte, verwandelte Julian Nagelsmann die Coaching-Zone kurzerhand in seinen ganz persönlichen Laufsteg. Mit gleich drei verschiedenen Outfits an einem einzigen Fußballabend sorgte der 38-jährige Bundestrainer in den sozialen Netzwerken für deutlich mehr Gesprächsstoff als so manche Einwechslung.
Die modische Aufwärmphase vor dem Anpfiff
Der modische Marathonlauf begann noch vor dem eigentlichen Anpfiff. Beim Warmmachen der Mannschaft präsentierte sich Julian Nagelsmann betont pragmatisch und sportlich in kurzer schwarzer Hose gepaart mit einem schwarzen Adidas-Shirt samt Deutschland-Wappen. Ein klassischer Trainer-Look, der allerdings nicht lange überleben sollte. Pünktlich zum Start der Partie war dieses Outfit bereits Geschichte. Plötzlich stand der Bundestrainer, in einem gestreiften Hemd, einer weiten langen Hose und sportlichen Adidas-Sneakern am Spielfeldrand.
Die Halbzeitpause als heimliche Umkleidekabine
Wer dachte, die Fashion-Show sei damit beendet, unterschätzte den Kleiderschrank des Bundestrainers. Als die Mannschaften nach der Halbzeitpause wieder den Rasen betraten, präsentierte Julian Nagelsmann prompt seinen dritten Style des Abends. Für den zweiten Spielabschnitt legte er das gestreifte Hemd ab und setzte stattdessen auf ein schlichtes schwarzes T-Shirt. Ein derart hoher modischer Verschleiß innerhalb von nur 90 Minuten Spielzeit brachte das Internet natürlich umgehend zum Glühen. Die Fans rätselten wild, ob es ein verstecktes PR-Konzept, ein neuer, exzentrischer Aberglaube oder gar ein Sponsoren-Wettstreit war.
Die pragmatische Auflösung im ARD-Interview
Die Wahrheit hinter dem fliegenden Wechsel war am Ende deutlich unglamouröser, als es die sozialen Medien erhofft hatten. In einem ARD-Interview löste Julian Nagelsmann das große Fashion-Rätsel pragmatisch selbst auf. Der Grund für die Umzieh-Aktion war schlichtweg die texanische Hitze. Das Polohemd aus der ersten Halbzeit sei einfach zu warm gewesen. Das schwarze Ersatz-Shirt aus dem zweiten Durchgang war laut dem Trainer nicht nur deutlich dünner, sondern erfüllte zudem noch einen charmanten Zweck. Darauf waren die Namen von Fans abgedruckt. Da die Anhänger im Stadion für eine herausragende Stimmung sorgten, wollte der Bundestrainer dies als kleine Belohnung direkt auf der Brust tragen. Kein durchgetaktetes Mode-Konzept also, sondern lediglich der verzweifelte Versuch, bei den tropischen Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren.
