Das bevorstehende Ende ihrer langen Schlagerkarriere steht bereits fest, doch nun zeichnen sich die konkreten Pläne für die Zeit nach dem Rampenlicht ab. Michelle wagt einen radikalen Schnitt und tauscht die Showbühne gegen die Welt der Spiritualität. Wie aus einem aktuellen Bericht der „Bild“-Zeitung hervorgeht, wird die 54-Jährige nach ihrem letzten Auftritt Mitte Juli als Heilerin und Medium arbeiten. Unter dem Projektnamen „WAKAN“ möchte die Sängerin Menschen auf ihrem persönlichen Lebensweg begleiten und ihnen Hilfestellungen bieten.
Jenseitskontakte und Singen im Dunkeln
Geplant sind die spirituellen Sitzungen sowohl online als auch im österreichischen Kitzbühel. Das Angebot umfasst laut dem Bericht unter anderem sogenannte Heiligengespräche und Jenseitskontakte. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte Michelle, dass sie bereits seit Jahren mit einem „geistigen Zirkel“ arbeite. Bei diesen Treffen sitze man zu dritt im Dunkeln und singe gemeinsam, da dies aus ihrer Sicht die notwendige Energie für die geistige Welt freisetze.
Dass diese Praktiken auf Außenstehende ungewöhnlich wirken können, ist der Musikerin durchaus bewusst. „Ich kann verstehen, wenn sich das für manche Menschen total verrückt anhört“, betonte Michelle im Gespräch mit dem Blatt. Sie stellte jedoch gleichzeitig klar, dass dies absolut nichts mit einer Sekte oder etwas Bösem zu tun habe, sondern im Gegenteil von unglaublicher Liebe geprägt sei. Die nötige Fachkompetenz habe sie sich bereits vor zwölf Jahren angeeignet, als sie eine Ausbildung zur Heilerin und später auch zum Medium absolvierte. Beides habe ihr unglaublich geholfen, sich selbst zu finden.
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Der Wendepunkt nach dem schwersten Tiefpunkt
Dieser radikale Schritt hin zur Spiritualität und Selbstfindung ist auch das Resultat einer tiefen persönlichen Krise. Im Jahr 2004 unternahm die Sängerin, die bürgerlich Tanja Gisela Hewer heißt, einen Suizidversuch. Offen und reflektiert erzählte Michelle der „Bild“-Zeitung von der darauffolgenden Zeit in der Klinik. Damals habe sie jegliche Medikamente strikt abgelehnt, da sie ihren Weg unbedingt ohne chemische Hilfsmittel finden wollte.
Für sie sei es damals essenziell gewesen, bei vollem Bewusstsein wieder zu sich selbst zurückzufinden. Diese tiefgreifenden Erfahrungen und die Mechanismen, die ihr in den schwierigsten Phasen ihres Lebens geholfen haben, möchte sie nun mit anderen Menschen teilen. Nach dem endgültigen Abschied von der Kunstfigur Michelle im Sommer will sie bei ihrer neuen Arbeit in den Bergen Österreichs dann auch ganz einfach nur noch „Tanja“ sein.
Das musikalische Erbe bleibt fest in der Familie
Ganz auf vertraute Schlagerklänge aus dem Familienhause müssen die treuen Fans aber trotz des Karriereendes glücklicherweise nicht verzichten. Schließlich mischt Tochter Marie Reim das Genre längst sehr erfolgreich selbst auf und steht bereit, um das musikalische Erbe ihrer Mutter auf den großen Showbühnen nahtlos fortzuführen. So kann die 54-Jährige beruhigt das Mikrofon an die nächste Generation weiterreichen – während Mama Tanja in Kitzbühel fortan lieber für spirituelle Energie sorgt.
