Wo Matthias Mangiapane draufsteht, ist auch Matthias Mangiapane drin. Er ist schlagfertig, direkt und irgendwie auf eine spitzbübische Art sympathisch. Und er ist sehr beliebt, denn Matthias tourt gerade mit seinem Reality-TV Quiz durchs Land und liefert Reality-Zauber zum Anfassen. Einen Abend lang moderiert er das Event und testet vor ausverkauftem Haus das geballte Trash-Wissen der Zuschauer. Wir durften ihn begleiten und hatten trotz unserer Platzierung in den unteren Regionen des Quiz-Olymps einen super Abend.
Ein ausverkauftes Haus im Turm Mainz
Wir kommen im Turm Mainz kurz vor Beginn der Veranstaltung an. Der Außenbereich ist bis unters nicht vorhandene Dach gefüllt. Die Leute haben Bock. Matthias auch. Das erzählt er mir nach knapp einer Stunde Gequizze bei einem Espresso: „Es gibt nichts schöneres, als einen Abend mit den Fans zu verbringen“, sagt er. Und das glaube ich ihm. Denn wenn Matthias eines ist, dann ist er real.
Die verletzliche Seite hinter der Kunstfigur
„Ich weiß, welche Wirkung ich nach außen habe. Ich wollte in einem Format mitmachen und mehr von mir zeigen, aber dem wurde ein Riegel vorgeschoben. ‚Wir brauchen nicht den echten Matthias, wir haben Matthias Mangiapane eingekauft‘, wurde mir gesagt.“ Das ist ihm am Ende dann auch irgendwie ganz recht, denn was viele Leute vergessen, ist, dass die private Person eine ganz andere ist als die auf der Bühne. Der private Matthias kennt eben auch ruhige Momente und ganz alltägliche Herausforderungen, ist verletzlich. Diesen versucht er normalerweise stets zu schützen. Wenn ihn also am Ende eh keiner so sehen will, kann ihm das ja nur recht sein.
Ein absoluter Vollprofi trotz privater Sorgen
Wieder zurück auf der Bühne ist von dieser ruhigen, nachdenklichen Seite kaum noch etwas zu spüren. Sobald er das Mikrofon wieder in der Hand hält, knipst er den Vollblut-Entertainer an. Er wirbelt durch die Reihen, teilt charmante Spitzen aus und hat das Mainzer Publikum fest im Griff. Die kniffligen Raterunden bei seinem Reality-TV Quiz haben es wirklich in sich und fordern selbst die eingefleischtesten Trash-Experten heraus. Er zelebriert jede richtige Antwort, lacht lauthals mit den Gästen und lässt absolut keinen Zweifel daran, dass er dieses Unterhaltungsgenre aus tiefstem Herzen liebt.
Dass er an diesem Abend überhaupt so strahlen und abliefern kann, ringt mir enormen Respekt ab. Schließlich durchlebt er privat gerade eine extrem schwere Zeit, da sein Ehemann Hubert Fella nach einer dramatischen Thrombose-Diagnose im Krankenhaus liegt. Doch er ist ein absoluter Profi. Seine Mission für heute Abend lautet: Das Publikum soll Spaß haben, den Alltag vergessen – und vielleicht gelingt ihm genau das für diese paar Stunden auf der Bühne ja auch selbst ein wenig.
Nahbar, herzlich und verdammt echt
Nach der großen Siegerehrung beim Reality-TV Quiz ist noch lange nicht Schluss. Er verschwindet nicht etwa sofort im Backstage-Bereich, sondern nimmt sich Zeit für seine Anhänger. Jedes Selfie wird mit einem strahlenden Lächeln gemacht, für jeden gibt es noch ein kurzes Pläuschchen und eine herzliche Umarmung. Als wir uns schließlich auf den Heimweg machen, bleibt eine spannende Erkenntnis zurück: Die Fernsehmacher mögen vielleicht nur die laute Kunstfigur einkaufen wollen. Aber der Mensch, der uns an diesem Abend so herzlich, offen und nahbar empfangen hat, ist vor allem eines: verdammt echt.
