StartMusik & ArtistsTravis Barker besiegte nach Horror-Absturz seine Sucht

Travis Barker besiegte nach Horror-Absturz seine Sucht

Es war der schlimmste Tag seines Lebens und zugleich sein größter Wendepunkt. Der berühmte Drummer packt in einem neuen Interview über die dunkelsten Stunden seiner Vergangenheit aus

Es war der absolute Tiefpunkt seines Lebens, der ihn schließlich zu einem völlig neuen Menschen machte. Für Travis Barker war der verheerende Flugzeugabsturz im Jahr 2008 nicht nur ein zutiefst traumatisches Erlebnis, sondern auch der finale Weckruf, um seine schweren Dämonen zu besiegen. In der Apple-Music-Sendung „The Zane Lowe Show“ sprach der gefeierte Blink-182-Schlagzeuger offen darüber, wie das katastrophale Unglück und die anschließende, unfassbar schmerzhafte Behandlung in einem Verbrennungszentrum sein Leben retteten – und sein problematisches Verhältnis zu Drogen für immer veränderten.

Der bittere Entzug auf der Intensivstation

Nach dem fatalen Crash verbrachte Travis Barker ganze sechs Monate in einer Spezialklinik. Es war eine extrem qualvolle Zeit, die er rückblickend nicht nur als physische Genesung, sondern als seinen persönlichen Entzug und seine Reha bezeichnet. Vor dem Absturz hatte der talentierte Musiker nach eigenen Angaben enorme Mengen an Drogen zum Freizeitkonsum sowie über einen langen Zeitraum starke, verschreibungspflichtige Schmerzmittel eingenommen. Genau diese Vorgeschichte erschwerte den Ärzten die lebensrettende Behandlung.

Das medizinische Fachpersonal der Klinik hatte enorm damit zu kämpfen, seine Medikamente überhaupt richtig einzustellen, da sein Körper längst an extreme Dosen gewöhnt war. Wie belastend diese dunkle Zeit in der Klinik wirklich war, schilderte Travis Barker in dem Interview. Bei mehreren lebensnotwendigen Operationen sei er zwischendurch aufgewacht und habe im Delirium wild um sich geschlagen. Jegliche Kontrolle über seine eigenen Reaktionen hatte er in diesen Momenten komplett verloren.

Ein radikaler Schnitt für die mentale Gesundheit

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus stand für Travis Barker ein unumstößlicher Entschluss fest: Er wollte dieses zerstörerische Kapitel für den Rest seines Lebens schließen. „Nach dieser Erfahrung wollte ich, als ich rauskam, nie wieder Drogen nehmen“, betonte der 50-Jährige im Gespräch. Es sei das Letzte gewesen, woran er denken wollte. Seine behandelnden Ärzte versicherten ihm zwar, dass bestimmte Schmerzmittel oder auch Medikamente gegen seine diagnostizierte bipolare Störung medizinisch völlig vertretbar seien, doch der Rockstar lehnte konsequent ab. Für ihn fühlte es sich so an, als müsse einfach alles Chemische aus seinem Körper verschwinden.

Parallel kämpfte Travis Barker mit der sogenannten Überlebensschuld und dem massiven psychischen Trauma des furchtbaren Unglücks. Seinen ganz eigenen Weg zur Heilung fand er schließlich fernab von Tabletten und Rezeptblöcken. Er setzte stattdessen auf eine intensive posttraumatische Therapie, fokussierte sich auf exzessives Sporttraining und – was am wichtigsten war – er spielte wieder Schlagzeug, sobald sein Körper es zuließ. Die Musik wurde zu seiner größten Medizin. Von diesem Moment an habe es für ihn nur noch einen Weg gegeben: „Ich bin fertig damit.“

Schockierende Details einer lebensgefährlichen Sucht

Wie dramatisch und lebensbedrohlich die Abhängigkeit des Ausnahme-Musikers in der Vergangenheit wirklich war, wurde zuletzt auch in der neuen Dokumentation „Travis Barker: Love Is Louder Than Fear“ thematisiert, die beim renommierten Tribeca Film Festival in New York ihre umjubelte Premiere feierte. In dem schonungslosen Film kam unter anderem seine Ex-Frau Shanna Moakler zu Wort und offenbarte der Öffentlichkeit erschütternde Details.

Auf dem absoluten Höhepunkt seiner Sucht habe Travis Barker nach eigenem Eingeständnis bis zu 30 Tabletten am Tag geschluckt. Die Situation war derart kritisch, dass ein privater Sicherheitsmann nachts extra wach bleiben musste, nur um zu kontrollieren, ob der Schlagzeuger überhaupt noch atmete. Ein Leben am absoluten Abgrund, das heute glücklicherweise weit entfernt scheint.

Ein neues Leben als gesundes Vorbild

Heute blickt Travis Barker voller Stolz auf diesen harten, aber erfolgreichen Weg zurück. Der dreifache Familienvater hat seine Dämonen endgültig besiegt und führt ein völlig neues, gesundes Leben an der Seite seiner Liebsten. Mit klarem Blick auf seine Kinder zeigte sich der Musiker in dem Interview fest davon überzeugt, dass er sich auch ohne die schreckliche Tragödie des Absturzes angesichts seiner persönlichen Entwicklung irgendwann für ein nüchternes Leben entschieden hätte.