Wenn die ersten Klavierakkorde von „Total Eclipse of the Heart“ erklingen, gibt es kein Halten mehr. Die britische Pop- und Rocksängerin Bonnie Tyler ist nicht nur eine gefeierte Musikikone, sondern eine absolute Naturgewalt. Mit ihrer unverwechselbaren, rauen Stimme hat die zierliche Waliserin der Musikwelt ihren unlöschbaren Stempel aufgedrückt. Doch hinter den Welthits, Millionenverkäufen und der voluminösen Frisur steckt eine Frau, die sich ihren Platz im Pop-Olymp hart erkämpft hat, persönliche Rückschläge nie scheute und privat ein erstaunlich bodenständiges – und extrem luxuriöses – Leben führt.
Vom walisischen Kohlerevier in die Nachtclubs
Die Geschichte von Bonnie Tyler beginnt alles andere als glamourös. Am 8. Juni 1951 erblickt sie als Gaynor Hopkins in Skewen, einer kleinen Bergbaustadt in Südwales, das Licht der Welt. Als Tochter eines hart arbeitenden Bergarbeiters und einer opernbegeisterten Mutter wächst sie mit fünf Geschwistern auf. Die Musik ist von Anfang an ihr Fluchtpunkt. Bevor die großen Stadien riefen, tingelte sie fast ein Jahrzehnt lang durch verrauchte Pubs und Nachtclubs in Wales. Zunächst trat sie mit der Gruppe „Bobby Wayne and the Dixies“ auf, später gründete sie dann ihre eigene Band namens „Imagination“.
Der ärztliche Fehler als absoluter Glücksfall
Mitte der 1970er Jahre ergatterte sie endlich einen Plattenvertrag, doch die allererste Single floppte komplett. Der erste Achtungserfolg für Bonnie Tyler kam erst 1976 mit dem Song „Lost in France“, der in Großbritannien die Top 10 und in Deutschland Platz 3 erreichte. Doch dann der Schock: Sie musste sich einer schweren Operation an den Stimmlippen unterziehen. Der Arzt verordnete ihr strenges Sprechverbot. Da sie sich, ganz die Rebellin, nicht daran hielt, wurde ihre Stimme dauerhaft rau. Was wie das Ende wirkte, entpuppte sich als Jackpot. Diese unglaubliche Reibeisenstimme wurde zu ihrem Markenzeichen. Schon 1978 stürmte sie mit „It’s a Heartache“ die weltweiten Charts.
Die 80er Jahre und das Bohlen-Comeback
Den endgültigen Legendenstatus erreichte Bonnie Tyler in den 1980er Jahren. Durch die Zusammenarbeit mit Ausnahme-Komponist Jim Steinman schrieb sie Geschichte. Mit dem Album „Faster Than the Speed of Night“ (1983) stieg sie als erste britische Künstlerin überhaupt direkt auf Platz 1 der britischen Albumcharts ein. Auch der bombastische Soundtrack-Hit „Holding Out for a Hero“ (1984) ist bis heute eine Pop-Hymne.
Ende der 80er Jahre wurde es international etwas ruhiger um Bonnie Tyler. Doch 1991 bewies sie erneut ein exzellentes Gespür für unerwartete Erfolge: Sie tat sich mit Pop-Titan Dieter Bohlen zusammen. Der Song „Bitterblue“ und die nachfolgenden Bohlen-Produktionen brachten ihr in Kontinentaleuropa Platin-Schallplatten, den ECHO und die Goldene Europa ein.
Millionen, Immobilien und die Liebe des Lebens
Während im Musikgeschäft oft das pure Chaos regiert, ist das Privatleben von Bonnie Tyler eine absolute Konstante. Schon seit 1973 – noch vor ihrem großen Durchbruch – ist sie skandalfrei mit dem Immobilienentwickler Robert Sullivan verheiratet (übrigens der Cousin des Vaters von Hollywood-Star Catherine Zeta-Jones). Gemeinsam hat sich das Paar ein unfassbares Imperium aufgebaut. Sie besitzen ein luxuriöses Anwesen an der Algarve, eine riesige Farm in Neuseeland, über 20 Immobilien in England und sogar einen eigenen Steinbruch.
Eine Naturgewalt kennt keinen Ruhestand
Ob als Teilnehmerin beim Eurovision Song Contest 2013 für Großbritannien, mit ihrer ehrlichen Autobiografie „Straight From The Heart“ (2023) oder ihrem Hit „Yes I Can“ – Bonnie Tyler denkt eigentlich gar nicht ans Aufhören. Doch im Mai 2026 versetzte sie ihre weltweite Fangemeinde in große Sorge. Nach einer Notoperation am Darm im portugiesischen Faro musste die 74-Jährige zeitweise sogar in ein künstliches Koma versetzt werden, um die körperliche Genesung zu unterstützen.
Mittlerweile befindet sich Bonnie Tyler laut offiziellem Statement ihres Managements glücklicherweise wieder in der Erholungsphase. Ihr Zustand wird als ernst, aber stabil beschrieben, und die behandelnden Ärzte sind nach wie vor sehr zuversichtlich. Während ihr erstes geplantes Deutschlandkonzert am 30. Mai in Wiesmoor leider abgesagt werden musste, gibt es für das Hohentwiel-Festival im Juli noch berechtigte Hoffnung
